Exkurs: Nina in Peru 1.Woche

Ankunft nach 18 Stunden Reisezeit von Haus- bis zur Hoteltür, inklusive Zwischenstopp in San Jose. Das Wetter ist, wie vom Reiseführer versprochen bedeckt und mit ca. 20 Grad recht kühl, wenn man aus New York kommt, wo es gerade 35-40 Grad waren.

Auf der Suche nach etwas Essbarem erkunde ich ein wenig die unmittelbare Hotelgegend und finde  ein Cafe mit Empanadas in allen Varianten. Lecker!

Zurück im Hotel lerne ich Audrey aus Quebec und Fiona aus Holland kennen und schließe mich ihnen spontan an, den Aquapark zu besuchen, einen Park aus vielen beleuchteten Springbrunnen sowie einer beeindruckenden Lasershow.

Am nächsten Morgen gab es Frühstück auf der Dachterasse, inmitten von Aras, Pfauen und Schildkröten. Leider reisten Audrey und Fiona am nächsten Tag weiter, so dass ich mich alleine nach Miraflores aufmachte, einem Stadtteil direkt am Pazifik, anscheinend bekannt für seine Thermik an den Klippen, denn es waren jede Menge Paraglider und Drachenflieger unterwegs. Im Parque Central gab’s am frühen Abend Salsa für jedermann. Abends gab es dann meine erste Begegnung mit Pisco Sour, der sich sofort auf Platz 1 meiner absoluten Lieblingsgetränke katalputierte!

Am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr durfte ich dann endlich meine lieben Mitreisenden aus Deutschland begrüßen. Das Frühstück auf der Dachterasse musste aufgrund des Wochentages jedoch in die Eckkneipe verlegt werden.

Dann wollten wir eigentlich nur mal schnell was zu Essen kaufen gehen im Supermarkt, aber wir gerieten erstmal in die Prozession zu Ehren der heiligen Carmen. Im Anschluss mussten wir uns mit Maiskuchen und Wachteleiern am Straßenrand stärken. Im Supermarkt habe ich dann die erste Einkaufswagenwaschstraße (was ein Wort für Galgenmännchen!) gesehen.

Nach einem Besuch der Altstadt und des Regierungsviertels sind wir nochmal nach Miraflores gefahren, waren mit den Füßen im Pazifik, haben beim Tanzen im Park zugeschaut und sind später noch was Essen gegangen, wobei wir feststellten: Eier gehören einfach in jedes Gericht! Wir sind dann rechtzeitig ins Bett gegangen, denn am nächsten Morgen klingelte um 5 Uhr der Wecker. Um 5.30 Uhr ging’s in den Bus Richtung Nazca.

Auf dem Weg machten wir jedoch zunächst halt in Ica und wurden von dort in die Oase Huacachina gebracht, die mitten in Sanddünen gelegen war. Dort ging es mit Sandboogies kreuz und quer durch die Dünen. Besser als jede Achterbahnfahrt! Zwischendurch wurden die Sandboards rausgeholt und es ging die Dünen hinunter. Später konnten wir noch ein bisschen am Pool relaxen, bevor es wieder zurück nach Ica ging. Am Busbahnhof dort habe ich dann meine erste wandelnde Telefonzelle gesehen, eine Frau mit jeder Menge mit Ketten an ihrem Gürtel festgebundene Handys. Gegen ein paar Soles kann man bei ihr Telefonieren. Ideen muss der Mensch haben!

In Nazca hatten wir wirklich ein tolles Hotel, mit Pool und allem drum und dran, wenn wir nicht die Wave-Standard Zimmer direkt neben der Baustelle des Anbaus gebucht hätten, von den kalten Duschen auf dem Gang mal abgesehen. Immerhin gab es Wasser! Wir sollten auch noch das ein oder andere Mal eingeseift unter der Dusche stehen, wenn der Wasserstrom versiegte. In Nazca haben wir dann abends um 23 Uhr noch eben das lokale peruanische Restaurant unseres Vertrauens gesucht und gefunden, den wir sowohl am Abend zugemacht als auch am nächsten Morgen zum Frühstück geöffnet haben.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit warten auf unseren Flug über die Nazca-Linien. Doch Dank Nebel über der Wüste musste dieser letztendlich entfallen und wir sind stattdessen auf den Aussichtsturm geklettert, um uns wenigstens drei der Linien anzusehen. Die Nazca-Linien sind wirklich faszinierend! Riesengroße knapp 2000 Jahre alte Furchen in der Steinwüste, die aus der Luft betrachtet faszinierende Gesamtkunstwerke ergeben. Sternbilder, Geometrische Linien, Tiere, … Niemand weiss so recht, warum die Linien bis heute konserviert wurden. Erbaut wurden sie von dem Nazcavolk, das von ca. 200 – 400 AD in der Region angesiedelt war. Jeder Versuch, ähnliches nachzubauen ist kläglich gescheitert und war bereits nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Erforscht wurden die Linien vor allem von der Deutschen Maria Reiche. Im  Nachhinein bin ich ganz froh, dass wir nicht geflogen sind, da ich von vielen hörte, die den schaukeligen Flug in den kleinen Maschinen nicht gut vertragen haben. Abschließend haben wir dann noch einen total schönen Sonnenuntergang in der Steinwüste gesehen.

Mit dem Nachtbus ging es dann weiter nach Arequipa, mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Perus. Trotz ihrer Größe hat die Stadt einen beschaulichen, kleinen aber lebhaften Kern. Die Stadt liegt eingerahmt von den drei Vulkanen Misti, Chachani und PichuPichu, die alle über 5000 m hoch sind. Arequipa selbst liegt auf ca. 2.300 Metern. Nach einem kleinen Stadtrundgang haben wir mal wieder ausgiebig die örtlichen kulinarischen Höhepunkte getestet, diesmal Alpaca.

Am nächsten Morgen ging es mit Guide Ono und Fahrer Benni auf zur 3tägigen Tour durch den Colca Canyon. Zunächst fuhren wir durch den Nationalpark Salinas y Aguada Blanca Richtung Chivay. Dabei ging es zwischendurch auf knapp 5000 Meter Höhe. Auf Anraten unserer einheimischen Guides probierten wir Cocablätter kauend den Auswirkungen der Höhenkrankheit zu trotzen, was dem Einen besser, dem Anderen weniger gut gelang. Ich hatte Kopfschmerzen und leichte Schwindelgefühle, aber da wir schon bald wieder auf knapp 3500 Meter  runterfuhren nahmen die Symptome bei mir zum Glück schnell wieder ab. Die Fahrt war wirklich beeindruckend. Unendliche Weiten und immer wieder mal ein Vulkan am Horizont. Dazwischen Vicunas und Andenkaninchen (Vicacha) sowie an den Haltepunkten immer wieder die traditionellen Frauen mit Lama- und Alpacaherden und Verkaufsständen.

In Chivay stand erstmal Entspannung in den Aquas Calientes, den heißen Quellen an. Das tat gut! Abends war dann Folklore angesagt mit Essen Im traditionellenRestaurant mit musikalischer und tänzerischer Darbietung. Erinnerte ein wenig an die deutschen Fußgängerzonen…

Nachts näherten wir uns mittlerweile der 0-Grad-Grenze und so machten wir uns am nächsten Morgen um 6.30 Uhr fröstelnd auf  den Weg in den Canyon. Erster Stopp war das Cruz del Condor (Kreuz des Kondor). Wir haben 5 verschiedene Kondore gesehen, die zum Teil dicht über unsere Köpfe hinweggeflogen sind. Wirklich beeindruckend, wenn diese Tiere majestätisch durch die Schlucht gleiten!



Dann ging es per pedes hinab in den Canyon, der mit 1200 m einer der tiefsten Canyons der Welt ist. Nach dem Abstieg erwartete uns ein hervorragendes Mahl in einem kleinen Restaurant in der Schlucht. Die meisten Sachen wurden selbst angebaut oder in der Nähe produziert. Nur das Bier mussten die Besitzer mit dem Muli die Schlucht hinunter transportieren. Straßen sind dort Fehlanzeige! Dafür schmeckte das Bier zum Essen umso besser! Ich war nach 1200 m Abstieg eigentlich fertig für den Tag, aber unser Guide hat das leider anders gesehen und so ging es nochmal über einen kleinen Hügel von läppischen 400 m, um zu unserer Herberge mitten in der Oase zu kommen. Die Nacht dort zu verbringen war wunderschön, denn der Himmel war sternenklar, wir waren fernab von jeglichem künstlichen Licht und es war Neumond. Einen intensiveren Sternenhimmel kann man sich nicht vorstellen! Es war der Hammer!

Da steht man dann am nächsten Morgen doch liebend gerne um 4.30 Uhr auf, um um 5.00 Uhr den am Vortag mühsam hinabgestiegenen Berg wieder raufzukraxeln. Zum Glück konnten wir einen direkteren Weg als am Vortag nehmen, so dass wir „nur“ 1000 Höhenmeter zu bewältigen hatten. Dafür hatte ich bereits beim Startschuss einen ordentlichen Muskelkater vom Abstieg. Aber ich habe durchgehalten und bin um 8.30 Uhr völlig fertig für am Rand des Canyons angekommen. Danach gab’s erstmal ein wohlverdientes Frühstück!

Dann ging es mit dem Kleinbus mit gelegentlichen Zwischenstopps wieder zurück nach Arequipa.