Thanksgiving

Unser zweites Thanksgiving stand an. Nachdem wir im letzten Jahr eingeladen und hervorragend bekocht wurden, haben Julia und ich uns Mittwoch ganz spontan entschlossen, zum Thanksgiving-Dinner einzuladen. Schnell noch ein paar Rezepte rausgesucht, Rat bei unserm Chefkoch vom letzten Jahr geholt, einkaufen gegangen, dann konnte das Abenteuer Truthahn losgehen. Trotz Kürze der Organisation haben sich 8 Testesser eingefunden und wir haben einen tollen Abend verbracht. Thanksgiving ist und bleibt mein amerikanisches Lieblingsfest. Meine lieben Freunde in Deutschland, macht euch schon mal darauf gefasst, dass ihr nach meiner Rückkehr mitfeiern müsst!

Oktober 2012

Besuch, Besuch, Besuch und Ferien!!!

Nadine kam angeflogen. Gemeinsam mit Julia machten wir uns auf den Weg die Gegend hinter dem Lied „Country Roads“ zu erkunden.

Am ersten Tag ging es aber erstmal nur bis Washington. Typisches Touriprogramm: Weißes Haus (diesmal habe ich dann tatsächlich auch endlich mal vor dem wirklichen Weißen Haus gestanden und nicht vor den Nachbarn, der Zentralbank…zu meiner Verteidigung muss ich sagen: es war nass, wir hatten Zeitdruck, das Gebäude war weiß, hatte unendlich hohe Sicherheitsvorkehrungen und war direkt nebenan! Ich dachte halt, wir standen auf der Seite, die man sonst nie im Fernsehen sieht.), alle möglichen Memorials rund um die Mall und das Basin sowie eine Führung durch das Capitol.

Dann ging es hinein in die Blue Ridge Mountains, genauer gesagt in den Shenandoah National Park. 100 Meilen Natur! Der Park und die Berge sind Teil des Appalachian-Gebirges, dass sich nahezu komplett von Süden bis Norden parallel zur Küste ausdehnt und durch den ein ca. 3.500km (!!!) langer zusammenhängender Wanderweg verläuft. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch „A Walk in the Woods“ von Bill Bryson. Besonders toll war die Nacht in der Skyland Lodge mitten im Park. Traditionelles Dinner, im Anschluss ein bisschen Live Musik (natürlich mit „Country Roads“!), ein toller Sternenhimmel und am Morgen ein Wahnsinnsausblick zum Sonnenaufgang.

Gesehen haben wir auch die Natural Bridge und die Luray Caverns, eine Tropfsteinhöhle.Der Rückweg führte uns durch Pennsylvania und das Amish Country. Wir haben noch ein nachgebautes Amish Village besucht und einiges über die Lebensweise erfahren, was ich sehr interessant fand. Dort haben die Straßen tatsächlich eine eigene Spur für die Pferdewagen der Amish. Als wir uns am Nachmittag auf den Heimweg machten war gerade „Rush-Hour“.

Zurück in New York hatte ich gemeinsam mit Nadine einen Tag in der City zu verbringen. Wir sind in eine Latinoparade geraten, haben uns die Andy Warhol-Ausstellung im Metropolitan Museum angeschaut, einen Drink in der Nachmittagssonne auf der Roof Top-Bar genossen und waren abends noch lecker Essen. Die restlichen Tage musste Nadine leider alleine in der City verbringen, da ich wieder in die Schule musste. Abends habe ich es jedoch ab und zu geschafft, noch in die City zu fahren und wir haben es unter anderem noch in den Comedy Cellar geschafft. Wer Stand Up-Comedy mag, sollte dort unbedingt mal vorbei schauen!

Bereits einen Tag nach Nadines Abreise stand ich wieder am Flughafen und holte meine Mutter und Petra ab. Sie mussten sich ebenfalls die ersten Tage erstmal alleine durchschlagen, was sie auch tapfer gemacht haben. Am Wochenende sind wir dann ein wenig ins Grüne gefahren, nach Bear Mountain, wo wir erstmal ins Oktoberfest geraten sind. Am Sonntag waren wir noch auf dem Highline Park. Die Stimmung am Sonntag in der City war schon etwas merkwürdig. Im wahrsten Sinne der Worte, die Ruhe vor dem Sturm, denn für den nächsten Tag hatte sich Sturm Sandy angekündigt.

Dann war sie da, die Sandy. Niemand hat sie eingeladen, aber sie kam trotzdem! Da wir gerade das Haus voll hatten (neben meiner Mutter und Petra hatte auch Julia Besuch von einer Freundin), war es eher gemütlich. Wir haben gemeinsam gekocht und beisammen gesessen, irgendwann kam der erwartete Stromausfall und machte es eigentlich eher noch gemütlicher. Es pustete zwar ordentlich, aber insgesamt fühlte es sich nicht stärker an, als Irene ein Jahr zuvor. Am nächsten Tag jedoch fuhren wir ein wenig durch die Gegend und waren erschrocken, welch verheerende Folgen sich zeigten. Und als wir abends bei uns in der Nähe in eine Kneipe gingen, sahen wir die ersten Fernsehbilder und waren total erschrocken, welche Verwüstungen Sandy in NYC, Long Island und New Jersey angerichtet hat. Wir konnten uns wirklich sehr glücklich schätzen, denn außer Stromausfall von Montag bis Freitag ist bei uns nichts passiert. Jedoch hieß es noch zittern, ob die Flughäfen rechtzeitig zum geplanten Abflug von Mama und Petra am Mittwochabend wieder öffneten. Auch hier hatten wir Glück, denn JFK öffnete Mittwochmittag seine Pforten wieder. Vorher haben wir noch einen Tag in Brooklyn verbracht und sind unerwarteterweise ins „Trick or Treating“ geraten.

 

 

September 2012

Der September stand nahezu voll und ganz im  Zeichen der Schule. Am 4. September ging es wieder rund. Und dann war es auch endlich soweit…am 7. September durften wir die neuen Erstklässler begrüßen, was für uns Zweitklässler bedeutete: der Tag des großen Auftritts war da! 36 aufgeregte Vögel flatterten durch die Klassenzimmer. Das wochenlange Proben, das bereits im ersten Schuljahr begann,  hat sich voll und ganz gelohnt und plötzlich wurden aus unseren lieben Kleinen ganz große Schauspieler.

Fotos vom großen Auftritt gibt es hier.

Steubenparade und Sporttag, dieses Jahr ganz im Geiste von Olympia als Schoolympics gehalten, gingen für mich in Runde 2.

Das Kollegium war eingeladen zum Welcome-Potluck hier im „Deutschen Haus“.

Und mit meinem im Sommer frisch erstandenen Dirndl ging es ins Schneiders zum Oktoberfest.

Neu entdeckt habe ich den Brooklyner Prospect Park und die Radio City Hall.

 

Mein zweites Jahr beginnt…

…genauso, wie das erste. Allerdings in entgegengesetzter Richtung. Ich saß im Flieger Richtung Deutschland zu einer wunderbaren Stippvisite nach Deutschland!

Wieder zurück in den USA begann das neue Jahr im amerikanischen Exil ganz wunderbar. Bei meiner Rückkehr war hier Full House. Unsere neue Mitbewohnerin und Kollegin Julia hatte während meiner Abwesenheit ihr Zimmer bezogen und wir haben Sandra und Julika, die ebenfalls neu im Land waren, Unterschlupf bis zum Einzug in ihre neuen Heime gewährt. So wurde aus einem normalen Abendessen ganz spontan eine Grillparty und damit ein gebührender Ferienabschluss, denn am nächsten Tag sollte es bereits in der Schule wieder rund gehen. Wenn auch erstmal noch ein paar Tage mit „Schonfrist“, ohne Kinder.

Rainburger

Meinen ersten amerikanischen Geburtstag wollte ich natürlich der Jahreszeit angemessen mit einem BBQ feiern. Das Wetter hat jedoch versucht, mir einen Strich durch die Rechnung zu machen und pünktlich zum Partybeginn fing es an zu regnen. Wir haben uns davon aber nicht einschüchtern lassen und trotzdem gegrillt, was das Zeug hielt. An dieser Stell ein HOCH auf den Grillmeister!

Exkurs: Nina in Peru 4. Woche

Die vierte Woche begann mit dem Abschied von meiner Reisegruppe, die sich wieder auf den Heimflug nach Deutschland aufmachte. Nur Barbara blieb mir erhalten. In unterschiedlichen Fliegern machten wir uns auf zum gleichen Ziel: Puerto Maldonado, der Dschungelstadt im Osten Perus.

Barbara traf natürlich erstmal eine Kollegin, die mit ihr im gleichen Flieger saß und mit ihrem Mann die gleiche Lodge als Ziel hatte. Zufälle gibt’s! In Puerto Maldonado wurden wir von Fernando, unserem Guide empfangen und zum Basiscamp gebracht. Dort konnten wir einen Teil unseres Gepäcks lassen, bevor es Richtung Fluss ging. Die Organisation des Transportes war wirklich großartig und reibunglos. Auf dem Schiff gab’s dann erstmal Lunch…in Bananenblätter eingewickelter gebratener Reis. Insgesamt sind wir drei Stunden auf dem Fluss unterwegs gewesen, bevor wir in der Refugio Amazonas Lodge ankamen. Auf dem Weg haben wir bereits die ersten Tiere und einen wahnsinnig schönen Sonnenuntergang gesehen. Die Lodge war der Wahnsinn! Sie hat sich toll in den Dschungel eingefügt und war dabei so luxuriös, wie ich schon lange nicht mehr irgendwo übernachtet habe. Das Essensnbuffet war der Wahnsinn und im Anschluss haben wir im Barbereich zusammengesessen und mussten selbst im Dschungel nicht auf Pisco Sour verzichten.

Wenn ich eines gelernt habe in diesem Urlaub, dann ist es frühes Aufstehen. Also ging es um 5.30 Uhr zum Frühstück, damit wir uns um 6 Uhr auf unsere erste Dschungelexpedition machen konnten. Es ging zum Condenadosee, über den wir dann mit dem Kanu gefahren sind.

Im Anschluss habe ich versehentlich mit einer Fledermaus geduscht, die in unserer Duschwanne gefangen war und die ich dank meiner Kurzsichtigkeit nicht gesehen habe. Frisch geduscht ging es dann 5 weitere Stunden den Tambopata-Fluss hinauf zum Tambopata Research Center (TRC), unserer Heimat für die nächsten vier Tage. Das TRC ist eine Mischung aus Forschungsstation für Aras und Papageien und Touristenlodge mitten im Naturreservat, fernab von jeglicher Zivilisation. Viel kleiner und gemütlicher, als das Refugio, aber nicht wirklich weniger luxuriös, wenn man davon absieht, dass die Badezimmer auf dem Gang waren.

Mein Geburtstag und gleichzeitig auch unser erster Tag im TRC begann mit einem Ausflug zum Clay Lick. Das ist eine lehmige Klippe an der sich jeden Morgen unzählige Aras und Papageien treffen, um den Lehm zu fressen und somit notwendige Mineralien aufzunehmen.  Es ist der Wahnsinn, was dort los ist! Wirklich toll, die Aras und Papageien in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Beim Frühstück mussten wir dann noch einen unerwarteten Angriff abwehren. Chico Tabasco hat sich auf unsere Pfannkuchen und Zimtschnecken gestürzt. Chicos sind wildlebende Aras, die zu der Forschungsstation von den Forschern aufgezogen wurden, weil sie von den Eltern verstoßen wurden. Die Chicos leben frei, schauen aber immer noch gerne mal im TRC vorbei. Vor allem Tabasco weiß die gute Küche im TRC sehr zu schätzen.

Die Tage im TRC sind vollgestopft mit Aktivitäten unterbrochen von hervorragenden Mahlzeiten. Ein typischer Tag dort sieht folgendermaßen aus:
5.15 Uhr: Abfahrt zum Clay Lick
8.00 Uhr: Frühstück
9.30 Uhr: 1. Urwaldgang
12.30 Uhr: Mittagessen
15.00 Uhr: 2. Urwaldgang
19.00 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: Nachtwanderung (1Mal)
danach: relaxen an der Bar

Wir haben auch tapfer durchgehalten. Allerdings haben wir es an zwei der vier Morgen dann doch vorgezogen bis zum Frühstück liegen zu bleiben. Und ich muss zugeben, einen Nachmittagsspaziergang habe ich dann auch ausgelassen. Die Hängematte war zu gemütlich!

An meinem Geburtstag gab es tatsächlich einen Kuchen samt Geburtstagsständchen der Guides. Echt süß! Und das mitten im Dschungel!

Unsere gefährlichste Begegnung mit Tieren im Dschungel war, als Barbara Wespen in ihrem gemütlichen Beisammensein im Nest stören musste, als sie für ein Foto posierte. Das fanden die possierlichen Tierchen gar nicht so lustig und verfolgten uns kurz. Zum Glück zog es sie dann doch recht schnell wieder ins Nest zurück und dank der schnellen Medikamentenverabreichung unseres Guides hielten sich auch die Schwellungen durch die Stiche in Grenzen.

Nach vier Nächten hieß es leider Abschied nehmen vom TRC und wir machten uns auf den Weg zur Posada Lodge. Auf dem Weg haben wir dann innerhalb kürzester Zeit einen Puma und einen Jaguar gesehen. Letzterer lag faul am Ufer, so dass wir ihn bestimmt fünf Minuten in aller Ruhe beobachten konnten. Einen Puma und einen Jaguar so nah beieinander zu sehen war auch für die Guides eine Sensation.

In der Posadalodge anzukommen bedeutete für uns erstmal einen kleinen Kulturschock zu bekommen, weil sie so groß war und plötzlich wieder so viele Menschen um uns herum waren. Da sie die Lodge ist, die am schnellsten von Puerto Maldonado zu erreichen ist, waren viele große Gruppen, Familien und „Turnschuhtouristen“ dort und wir waren doppelt glücklich über unsere Zeit um TRC. An der Posadolodge haben wir noch einen letzten Urwaldspaziergang gemacht und sind auf den Canopy-Tower gestiegen, von dem aus man einen wahnsinnig tollen Blick auf den Urwald hatte. Allerdings musste man gut schwindelfrei sein, um den genießen zu können.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Schiff zurück nach Puerto Maldonado, wo wir noch zwei Tage Zeit hatten, unsere ganzen Erlebnisse zu verarbeiten, bevor wir uns wieder in den Flieger setzen mussten. Da Puerto Maldonado selbst nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat, haben wir viel Zeit in den Bars und Cafés rund um den Plaza de Armas verbracht. Am 06.08.2012 hieß es dann Abschied nehmen von einem großartigen Urlaub und einem traumhaft schönen Land!

 

 

Exkurs: Nina in Peru 3. Woche

Die dritte Woche startete mit der Busfahrt im „Inkaexpress“ von Puno nach Cuzco. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Nachtfahrten war diese Fahrt tagsüber und wirklich abwechslungsreich. Der Inkaexpress ist eine auf Touristen ausgelegte Busgesellschaft, die ca. alle 2 Stunden an einer Sehenswürdigkeit einen Stop einlegt. So überquerten wir den Pass La Paya auf 4.338m, wo wir einen tollen Ausblick hatten, kamen an den Ruinen von Raqchi  und bekamen ein traditionelles Buffet serviert.

Ganz entspannt kamen wir dann in Cuzco an. Leider hielt das Hotel nicht, was es von außen versprach. Die Zimmer waren schimmlig und a…kalt. Wir hatten einen Tag Zeit und konnten die Stadt ganz in Ruhe erkunden. Die Stadt, die die Hauptstadt der Inkas war, ist wirklich wunderschön, mit einer tollen Altstadt und vielen alten Inkastätten die allerdings meistens von Kolonialbauten überbaut wurde. Häufig erkennt man die alten Inkastädten an den Grundmauern, die die Spanier für sich genutzt haben und ihre Bauten einfach darauf setzten. Auch eine Art seine Macht zu demonstrieren. Das Kloster Santo Domingo wurde z.B. auf einem alten Inkatempel erbaut. Die Stadt ist wirklich lebendig und abends gibt es viele Bars und Diskos in denen Salsa getanzt wird. Da wir aber am nächsten Morgen mal wieder früh aufstehen mussten, haben wir den Salsaabend verschoben und sind nach dem Abendessen schlafen gegangen. Beim Abendessen gab es dann übrigens nach mehreren Anläufen endlich Cuy (Meerschweinchen) am Stück!

Am nächsten Morgen ging es dann auf unsere 4-Tages-Tour zum Machu Picchu. Auf der Fahrt ins „Heilige Tal“ veränderte sich die Landschaft mir jeder Kurve und wir sahen zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder grün. Langsam aber sicher ging die braune Hochebene in grünen tropischen Bergwald über. Was für ein toller Anblick! Die erste Nacht verbrachten wir in Santa Theresa, einem unspektakulären kleinen Ort, der aber tolle Aquas Calientes hatte. Am nächsten Morgen durften wir endlich wieder wandern! Zunächst wurden wir von Santa Theresa nach Lucmabamba gebracht, wo wir unsere 5-stündige Wanderung auf einem Inkatrail in Richtung des Ortes  Aquas Calientes starteten, dem Ort am Fuße von Machu Picchu. Die Wanderung war superschön und völlig anders, als die Wanderung im Colca-Canyon. Zum einen war die Umgebung viel grüner und abwechslungsreicher, aber auch der Wanderweg war viel angenehmer, denn er war nicht so steinig und steil. So merkten wir gar nicht, dass wir schon wieder mal eben 1000 Höhenmeter gemacht haben und diese auch am gleichen Tag wieder runtergegangen sind. Wir liefen über eine Kaffeeplantage, wurden von Truthähnen angegriffen, haben Kolibris, Schmetterlinge und Papageienschwärme gesehen, an einem alten „Inkahotel“ Rast gemacht und bereits einen ersten Blick auf Machu Picchu in der Ferne erhaschen können.

In Hidroelectrica, einem Wasserkraftwerk haben wir Mittagspause gemacht und sind dann mit dem Tourizug nach Aquas Calientes weitergefahren. Aquas Calientes ist ein fürchterlicher Ort, der rein aus Touristen und für sie gebauten Sachen wie Restaurants und Hotels besteht. Zum Glück haben wir uns dort nicht lange aufgehalten. Am nächsten Morgen war um 4.15 Uhr Treffpunkt, damit wir uns in die Busschlange zum Machu Picchu einreihen konnten. So waren wir um 6 Uhr unter den ersten, die in die alte Inkastadt gelassen wurden und konnten sehen, wie die ersten Sonnenstrahlen über den Berg kamen und die Inkastadt erleuchteten. Ein wirklich beeindruckender Moment! Unser Guide Avelardo hat es sogar geschafft uns Karten für den Wayanapicchu zu besorgen, auf den täglich nur 400 Leute gelassen werden. Von dort oben hatte man einen tollen Blick über Machu Picchu und das gesamte heilige Tal.

Abends ging es mit dem Zug noch nach Ollanta, dem am längsten dauerhaft bewohnten Ort. Natürlich gab es auch dort eine Inkastätte, die mal wieder nicht fertig gebaut wurde, bevor die Spanier das Inkareich zerstörten. Insgesamt war die Bauweise der Inkas aber wirklich beeindruckend. Alles hatte eine Bedeutung. Jede Öffnung in einer Wand war nach der Sonne ausgerichtet (in der Regel zeigten die ersten Sonnenstrahlen am Tag der Sonnenwende darauf), die Anlagen wurden in der Form heiliger Tiere gebaut und die Inkas schafften es, Steine so zu schleifen, dass sie perfekt aufeinander saßen, ohne auch nur einen Millimeter Platz dazwischen zu haben. Auf dem Rückweg nach Cuzco hielten wir auch noch in einem kleinen Dorf, wo wir in die Kunst des Färbens mit Naturfarben eingeweiht wurden. 

Wir hatten nun noch zwei Abende und einen Tag in Cuzco, bevor Barbara und ich uns von unseren lieben Mitreisenden verabschieden mussten und in den Dschungel weiterreisten. Wir haben die Abende zum Salsatanzen genutzt und den Tag noch mal ganz entspannt in Cuzco verbummelt.

Exkurs: Nina in Peru 2. Woche

Zurück in Arequipa haben wir die Eisprinzessin Juanita besucht. Sie war eines der geopferten Kinder der Inkas. Nach der Opfernacht vereiste der Vulkan auf dem sie lag bis zum Ausbruch des Nachbarvulkans. Dadurch schmolz das Eis, das sich über Juanita gelegt hatte und sie konnte entdeckt werden. Bei ihrer Entdeckung waren sowohl ihr Körper als auch ihre Opferbeigaben nahezu komplett erhalten. Wirklich beeindruckend! Danach wurde erstmal ein Päuschen auf der Rooftopbar eingelegt…Bierchen in der Sonne mit Ausblick auf die Vulkane und das rege Treiben auf dem Plaza des Armas. Herrlich! Zu guter letzt haben wir uns noch das Convento Catalina angeschaut. Das war eine komplette Stadt in der Stadt. Ein so großes Kloster habe ich bisher noch nicht gesehen.

Vor unserer Weiterreise nach La Paz haben wir uns abends noch im Restaurant ChiCha gestärkt, das Perus berühmtesten Koch gehört. Wir haben quasi beim Jamie Oliver Perus gegessen.

Dann ging es im Nachtbus über Puno und die Copa Cabana nach La Paz. Die Fahrt war echt anstrengend und wir sind völlig fertig gegen 17.30 Uhr in La Paz angekommen. Auf der Suche nach etwas Essbarem sind wir in einer holländischen Kneipe gelandet, in der abends Livemusik angesagt war. Die Musiker waren so gut, dass ich mir erstmal deren CD gekauft habe.

Am nächsten Tag haben wir dann La Paz erkundet. Der Hexenmarkt war leider nicht, was er versprach, sondern bot mittlerweile fast ausschließlich den gleichen Tourikram, den man eh an jeder Straßenecke kaufen konnte. Zwei, drei Geschäfte mit „Hexereikrams“ gefunden. Außerdem habe ich mir dort eine kleine Wandergitarre für das Reisegepäck gekauft. Am Nachmittag ging es ins „Valle de la Luna“, ins Mondtal, eine riesige Gesteinslandschaft, quasi eine „Tropfsteinhöhle verkehrtherum“.

Am nächsten Morgen ging es zurück zur Copa Cabana am Titicacasee. Dort sind wir erstmal eine Runde Tretschwan auf dem See gefahren und haben dann unser Bergfest gefeiert…natürlich auf dem Berg mit Blick auf den See! Wahnsinn! Wir konnten gar nicht glauben, dass die Hälfte der Reise schon um war. Abends haben wir dann noch ein wirklich tolles Restaurant gefunden. Von außen eher ein Bretterverschlag, waren wir sehr überrascht, als wir reinkamen, denn es war eines der ersten Restaurants, das wirklich gemütlich eingerichtet war. Der Blick in die Speisekarte schreckte zunächst ein wenig ab, denn es gab von traditionellen Speiden über Fischgerichte, Pizza, Nudeln, Eintöpfe scheinbar alles. Wie sollten da die Speisen frisch sein? Zumal wir die einzigen Gäste zu diesem Zeitpunkt waren. Die Antwort kam nach unserer Bestellung. Herr und Frau des Hauses ließen ihrer 8-jährigen Sohnemann, der einen Tisch weiter saß und Hausaufgaben machte, auf uns aufpassen und gingen erstmal einkaufen. In der Zwischenzeit wurde noch der Neffe mit dem Unterhaltungsprogramm vorbeigeschickt. Alles in allem dauerte es fast 1 1/2 Stunden, bis wir unser Essen auf dem Tisch hatten, aber es war wirklich hervorragend!

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zur Isla del Sol auf dem Programm. Dafür ging es erstmal 2 Stunden aufs Boot, was wirklich toll aber sehr kalt war. Auf der Insel sind wir dann einmal quer rüber gewandert und kamen dabei durch kleine Dörfer und haben mit herrlichem Ausblick über den See Pause gemacht.

 

Abends ging es dann zurück nach Peru, genauer gesagt nach Puno, was ebenfalls am Titicacasee liegt. In Puno war Zeit auf dem Artesanal-Markt zu shoppen. Außerdem haben wir uns noch das Museum Dreyer angeschaut. Dreyer ist ein Deutscher, der in Puno lebte und der viele Inka- und Kolonialsachen gesammelt hat, die in dem Museum ausgestellt waren. Abends haben wir uns dann noch ein Konzert auf dem Kirchplatz angehört und die Kamikazebar entdeckt. Urgemütlich!

Der nächste Tag war Kaffeefahrt angesagt. Zunächst ging es auf die Uroinseln. Das sind kleine selbstgebaute Schilfinseln, die von den Uros bewohnt werden. Die Inseln an sich fand ich wirklich beeindruckend und die Frauen und Männer in ihren traditionellen Gewändern sahen toll und farbenfroh aus, aber alles in allem war es echt die reinste Verkaufsveranstaltung. Für alles musste man extra zahlen, überall wurde man direkt überfallen von den Verkäufern. Sehr anstrengend!

Nachmittags ging es noch zu den Grabstätten von Sillustani, die sowohl von den Inkas als auch von Pre-pre-Inkavölkern als Grabstätte für heilige Familien fungierte.