Mit dem Campervan über Maui – Hawaii

Warmes Wetter, Traumstrände, …, das schrie förmlich nach einem Camperurlaub. Da wir noch immer glasige Augen bekamen, wenn wir an den Camperurlaub in Kalifornien dachten, gab es für uns quasi keine Alternative dazu, Maui mit dem Campervan zu bereisen.

Die Schwierigkeiten begannen allerdings bereits mit der Vorbereitung. Die Suche nach einer Firma, die Campervans vermietet, gestaltete sich als nicht so einfach. Letzten Endes haben wir aber doch jemanden gefunden. „Aloha Campers“! Ein roter VW Westfalia! Juchhu!

Maui-1La Perouse Bay

Dass das Firmengelände eher einem Schrottplatz glich, als einer Autovermietung, haben wir mal geflissentlich übersehen. Die Innenausstattung hatte ihre besten Tage auch hinter sich. Immerhin, er fuhr 1a und könnte auch getrost als Geländewagen durchgehen!

Weitere Schwierigkeiten gab es bei der Campingplatzsuche. Wir stießen immer wieder auf die gleichen 6 Campingplätze und dachte, wir seien zu dusselig zum suchen. Vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass das tatsächlich die einzigen offiziellen Campingplätze waren, die angefahren werden konnten. Es gab noch einige, die man über eine Wanderung erreichen konnte, aber dafür hatten wir ja den Bus nicht gemietet. Naja, kein Problem, wir haben ja schließlich den Bus gemietet, um uns auch mal schön in eine einsame Bucht zu verziehen! Davon wird es ja wohl genug geben auf Maui!Olowalu

Auch hier wurden wir eines besseren belehrt. Es gab zwar die ein oder andere Bucht, aber häufig war es verboten, sich einfach irgendwo hinzustellen.

Naja, beginnen wir mal am Anfang. Die ersten Tage verbrachten wir an der Süd- und der Südwestküste. Hier reiht sich ein Resort an das nächste. Glücklicherweise ist der Zutritt zu einem Strand per State Law jedem gestattet, so dass man überall an den Strand gehen kann und die Resorts und privaten Residenzen am Meer keine Privatstrände aufbauen können.

Das ist gut, denn dort liegen meistens die schönsten von der Küste erreichbaren Schnorchelgebiete, wie zum Beispiel am Makena Beach, wo wir unsere erste Green Sea Turtle gesehen haben.Snorkeling - Makena Beach Snorkeling - Makena Beach Green Sea Turtle

Wir machten einen Abstecher nach Lahaina, eines der Touristenzentren, in der sich Andenkenladen und Restaurants aneinanderreihen.Rainbow

Abgeschlossen wird die bebaute Südküste von einem riesigen Lavafeld an der „La Perouse Bay“. Wenn man darüber fährt denkt man, man ist auf einem Acker, der gerade frisch gepflügt wurde. Bis man dann aussteigt und feststellt, dass man auf Lavastein steht.La Perouse Bay La Perouse Bay

Dann ging es in den Norden. Doch vorher haben wir einen Abstecher ins „Ioa Valley“ gemacht. Am Ende erwartete uns die „Ioa Needle“, der Legende nach Ioa’s Geliebter, der von einem verärgerten Maui zu Stein verwandelt wurde. In Wirklichkeit eine schöne Felsformation in einem asiatisch anmutenden, von Regenwald bewachsenem Gebirge.Ioa Needle

Eigentlich wollten wir im Hafen von Kahului an den von unserem Reiseführer angepriesenen Foodtrucks einen Essensstop einlegen. Die Ansammlung beschränkte sich allerdings auf drei Trucks, die allesamt nicht besonders empfehlenswert aussahen.

Stattdessen haben wir den Berg gewechselt und sind nach Makawao gefahren, dass am Fuße des Haleakela-Kraters. Das Dorf ist auch als Cowboystadt bekannt. Cowboys heißen auf Maui übrigens „Paniolos“.Piniolos - Hawaiian Cowboys

Von den Cowboys ging es zu den Kitesurfern an den Kanaha-Beach. Die Surfer waren beeindruckend, der Strand weniger. Direkt am Flughafen und in Sichtweite des Hafens. Immerhin gab es dort einen offiziellen „Campingplatz“. Wir standen auf einem normalen Parkplatz, an den man 4 Dixieklos gestellt hatte, vor uns eine Rasenfläche, auf der einige Zelte standen. Die Strandduschen zum Abwaschen des Salzwassers waren auch gleichzeitig die offiziellen Duschen. Campingluxus pur!

Egal, am nächsten Morgen ging es bereits um 5.30 Uhr weiter, da ich wieder in die Welt der Taucher zurückkehren wollte.

Da ich mich nach 11 Jahren Tauchabstinenz doch ein wenig unsicher fühlte, machte ich zunächst einen Refresher-Tauchgang und wiederholte Theorie und Praxis. Mein Tauchlehrer Mark war großartig und obwohl ich anfangs dachte, ich erinnere mich an gar nichts mehr, kam die Erinnerung schnell zurück und ich fühlte mich sofort wieder wohl unter Wasser. Es gab dann auch sofort die Belohnung in Form eines Korallenrifftauchgangs am Ulua-Beach. Highlight waren ein Babyhai und zwei Green Sea Turtles.Diving - Ulua BeachDiving - Ulua Beach

Dann ging es wieder zurück an die Nordküste und wir machten uns auf den Weg um „The Jaws“ zu finden, die Bucht, in der wenige Wochen im Jahr die haushohen Wellen angerollt kommen. Die Bucht lag ziemlich versteckt und sie zu finden war recht abenteuerlich, aber zumindest von oben haben wir es geschafft einmal hineinzuschauen. Unterwegs machten wir noch Bekanntschaft mit den ‚Locals’, die uns freundlicherweise auf den richtigen Weg brachten.Meeting the locals The Jaws
Zum Abschluss des Tages haben wir noch ein wenig am Ho’okipa Beach, auch als Surf City bekannt, den Windsurfern zugeschaut. Waren allerdings irgendwie mehr Wellenreiter unterwegs. Außerdem in einiger Entfernung, aber noch gut sichtbar vom Strand, einige Buckelwale.Ho'okipa Beach - Surf City Ho'okipa Beach - Surf City

Von dort ging es über die Hanaroad nach Hana. Für die meisten ein Tagesausflug, wir haben es gemütlich angehen lassen und waren drei Tage unterwegs. Die Hanaroad windet sich in vielen Kurven an der wilderen Nord- und Ostküste entlang. Sie ist eingerahmt von Regenwald und, oh Wunder, es gibt auch das ein oder andere Mal einen Regenschauer.

Apropos Regenschauer: Irgendwie kam der Regen nicht in unserer Planung vor. Tatsächlich aber hatten wir eigentlich jeden Tag Regenschauer. Vor allem im Norden und Osten fielen die auch durchaus mal ein wenig ausgiebiger aus. Hätte man aber irgendwie auch vorher von alleine drauf kommen können, dass es durchaus mal regnet, wenn man in den Regenwald und das Land der 1000 Regenbögen fliegt.Maui-23 Colored Eukalypthus

Die Hanaroad ist nahezu komplett besiedelt von recht alternativem Volk und so gab es dann auch nach quasi jeder Kurve einen Fruitstand mit ‚super duper Organic Fruchtirgendwas’, natürlich alles aus eigenem Anbau. War beim ersten Mal noch toll und spannend, beim zwanzigsten dann irgendwann nicht mehr so.Maui-19

Unser erster Stopp waren die Twinfalls. Ganz nett, aber nicht umwerfend. Besser gefallen hat mir unser zweiter Stopp an diesem Tag, bei dem wir eine Wanderung durch einen Bambuswald gemacht haben.Twin Falls

Dann kamen wir zum luxuriösesten der sechs Campingplätze, dem Ke’anea Camp. Es gab sogar ein richtiges Duschhäuschen mit, man höre und staune, Warmwasserduschen und richtigen Toiletten. Der Wahnsinn!Sunset Ke'anea

Am nächsten Tag ging es an weiteren Wasserfällen vorbei zum Wai’anapanapa State Park. Unterwegs gab’s noch ein veganes Eis beim Coconut Glen (inklusive verrücktem Easterbunny und bunt bemalten Kokosnüssen, denn schließlich war ja Ostersonntag!) und Fish Tacos in Nahiku.Coconut Glen

Außerdem lagen noch Lava Tubes auf unserem Weg, die man besichtigen konnte, ein Höhlengang aus Lavagestein. Völlig unamerikanisch durften wir sie, mit Helm und Taschenlampe ausgestattet, alleine erkunden.Nina - Hana Lava Tubes Hana Lava Tubes Hana Lava Tubes

Der Strand im State Park war traumhaft. Ein schwarzer Lavasteinstrand, der eingerahmt war von lauter Grün, dazu eine schneeweiße Brandung. Welch ein Farbenspiel!Black Beach - Wai'anapanapa State Park Black Beach - Wai'anapanapa State Park Black Beach - Wai'anapanapa State Park

Am nächsten Morgen erreichten wir dann ziemlich bald Hana. Dort hielten wir uns aber nicht besonders lange auf, denn es war ein ziemlich verschlafenes Kaff. Außerdem wartete noch ein weiterer toller Strand auf uns: der Hamoa Beach. Ein weiterer schwarzer Strand mit glasklarem Wasser und ordentlich Brandung.Hamoa Beach

Mittags ging es dann mit kurzem Stopp an den Wailua Falls weiter zur ‚O’heo Gulch’, einem Fluss im Haleakala National Park, der unten einige Badegumpen hat, die allerdings wegen Flash Flood Gefahr gesperrt waren (erwähnte ich bereits, dass es ziemlich viel regnete?). Also sind wir statt eines weiteren Badestopps den Pipiwai Trail hochgewandert zum Waimoku Fall. Eine tolle Wanderung, die uns an weiteren Banyatrees und erneut durch einen Bambuswald führte.Bamboo Forest - Pipiwai Trail Banya Tree - Ohe'o Gulch

Am nächsten Tag änderte sich die Vegetation von Regenwald zu öder Vulkanlandsschaft, als wir den Pi’ilani Highway an der Südküste entlangfuhren. Insgesamt war die Gegend ein wenig rauher, nicht ganz so bewohnt und weniger touristisch erschlossen. In Keokea, zurück in der Zivilisation, machten wir Stopp in ‚Grandma’s Coffee House’, einem ganz tollen Cafe mit ‚homemade everything’. Sehr empfehlenswert!Piilani Highway Grandma's Coffee House - Keokea Grandma's Coffee House - Keokea

Auf dem Weg auf den Krater hielten wir noch in Kula bei Ali’i Kula Lavender an, Lavendelgärten am Fuße des Vulkankraters. Es war ein gefühlter Sprung in die Provence.Ali'i Kula Lavender Ali'i Kula Lavender

Dann ging es rauf auf den Krater. Der erste Blick war total beeindruckend. Ich hätte nicht erwartet, welch einen Umfang so ein Vulkankrater hat. Außerdem hatte man von dort oben einen traumhaften Blick über die ganze Insel. Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz im Nationalpark, denn am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um den Sonnenaufgang über dem Krater anzuschauen.Haleakela Crater Haleakela Crater

Wir fuhren bereits um 5 Uhr hoch. Trotz der frühen Stunde war es eine ziemliche Massenveranstaltung mit hunderten von Menschen. Dennoch war es ein toller Moment, als die Sonne über den Kraterrand schaute. Die Wolken taten ihr übriges daraus ein tolles Lichtspiel zu machen.Sunrise - Haleakela Crater Sunrise - Haleakela Crater

Danach war relaxen am Big Beach angesagt. Toller weißer Sandstrand, nicht zu viele Menschen und glasklares Wasser.Big Beach

Dann war für die letzten Tage noch einmal ein bisschen relaxen am Strand angesagt, mit schnorcheln, tauchen und Whale Watching.

Schnorcheln war ich am Black Rock. Eigentlich ein schönes Riff mit vielen Fischen, aber leider total überlaufen, da es vor einem Resort liegt. Beim Whale Watching haben wir zwar einige Buckelwale gesehen, aber das Erlebnis kam längst nicht an die Tour in Monterey im vergangenen Herbst dran, als wir umgeben waren von ca. 40 Walen, die keine Scheu vorm Boot zeigten und teilweise sogar unter uns her tauchten.Humpback Whales Maui-46

Ein unglaubliches Erlebnis waren aber die beiden Tauchgänge, die ich noch gemacht habe. Mit dem Boot ging es zum Molokini Crater und zum St. Anthony’s Wreck. Mein Tauchlehrer Benja ist nebenbei noch Profi-(Unterwasser-)Fotograf. Hier sind einige seiner Fotos zu finden. Traumhaft!

Zum Abschluss wollten wir noch eine Nacht in einer schönen abgelegenen Bucht verbringen, die wir am Anfang unseres Urlaubs gesehen hatten, in der Honolua Bay. Leider bedachten wir nicht, dass es Freitagabend und somit Wochenende war. Dementsprechend waren mit uns noch etliche Dorfjugendliche in der Bucht. Nichts mit Ruhe und Meeresrauschen. Stattdessen Discomusik aus der Autoanlage. Außerdem war es ziemlich windig und da ich mein Zelt dort nicht gescheit abspannen konnte, ist es mir in der Nacht regelrecht um die Ohren geflogen. So war ich nach zwei Wochen dann doch froh, dass es vorerst die letzte Nacht im Zelt war und freute mich auf mein Bett zu Hause.Sunset - Honolua Bay

Den letzten Tag verbrachten wir in Kihei am Strand und in Cafes, bevor wir uns auf den langen Weg zurück nach New York machten.

Fazit: Mein persönliches Highlight waren die Rückkehr zum Tauchen und die Tauchgänge. Außerdem fand ich es sehr beeindruckend auf dem Vulkan zu stehen und in den Krater hinein zu schauen. Enttäuscht war ich von den mangelnden Campingmöglichkeiten, bzw. dem schlechten Zustand der vorhandenen Campingplätze. Auch die Strände habe ich mir schöner und vor allem größer vorgestellt. Häufig waren sie nur ein wenige Meter breiter Sandstrich vor der Hauptstraße oder einem Resort.

Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit genutzt habe und dort war, muss aber in absehbarer Zeit nicht noch einmal nach Hawaii.

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