Out West Part 1

Los Angeles

Im Juli und August ging es für beinahe 6 Wochen ab nach Wild Wild West! Gestartet wurde in Los Angeles. Nachdem ich mit 3-stündiger Verspätung gelandet bin, reichte es am ersten Abend nur noch für Santa Monica, wo mein Hostel lag. Baywatch Beach und Santa Monica-Pier (hier endet die Route 66 und Forest Gump drehte einfach um und lief

weiter!) reichten mir aber auch für den ersten Abend. 1 Tag in LA? Wie sieht man möglichst viel von dieser irre großen Stadt? Rein in den Hop on Hop off-Bus! Von Santa Monica aus ging es nach Beverly Hills. Dort bin ich dann ganz Pretty Woman-like über den Rodeo Drive geschlendert bevor es am Restaurant „The Stinky Rose“ (Knoblauch, Knoblauch, Knoblauch!) vorbei zum Walk of Fame ging. Mal kurz in Johnny Depps Fußstapfen getreten und Arnold Schwarzenegger die Hand geschüttelt, dann ging es auch schon über den Sunset Drive zurück. Eigentlich wollte ich noch weiter nach Venice Beach, aber leider zog der Nebel rein und ich hab nichts mehr gesehen.

Außerdem war ich ziemlich platt und musste am nächsten Tag früh raus, um meine Reisegruppe zu treffen.



Highway No.1

Die Reisegruppe inklusive Reiseleitung Anita machte einen guten Eindruck und so starteten wir unsere Tour mit einer kleinen Hollywoodrundfahrt (kleines Deja-vu), bevor wir auf den Highway No.1 abbogen und gen Norden an der Küste entlang bis nach Monterey fuhren. Natürlich wurden immer wieder kürzere oder längere Stopps eingelegt. Zuerst hielten wir in Santa Barbara, einer kleinen reichen Küstenstadt, die immerhin eine richtige Einkaufsstraße vorzuweisen hat. Ganz hübsch, aber mehr auch nicht.

 

Unterwegs haben wir einen kleinen Abstecher zur Bubble Gum Alley und zum Madonna Inn gemacht.

Am Sea Elephant Vista Point musste natürlich auch gehalten werden. Sind das lustige Tiere! Die wussten bei der Geburt auch nicht, was sie nun eigentlich werden wollten. Mit weiteren kurzen Fotostopps ging es an Big Sur vorbei nach Monterey, einem sehr touristischen Ort. Beeindruckend sind allerdings die ganzen Tiere, die dort ebenfalls ein zu Hause gefunden haben. Leider ließ es unsere Zeit nicht zu, dass wir uns mit dem Kajak aufs Wasser wagen konnten, um sie aus der Nähe zu betrachten. Aber auch vom Ufer aus konnten wir Seelöwen, Seehunde, Seeotter und Pelikane sehen.

 

Yosemite National Park

In Monterey haben wir einen kleinen Abstecher ins Landesinnere gemacht zum Yosemite National Park. Wir hatten 1 ½ Tage im Park. Am ersten Nachmittag sind wir ins Valley gefahren, vorbei an den berühmten Bergformationen Half Dome und El Capitan. Leider waren keine Kletterer in Sicht.

Dann ging es per pedes zum Vernal Fall. Das Laufen nach all der Sitzerei im Van tat gut. Landschaftlich wirklich toll, aber total überlaufen!

Am nächsten Tag haben wir uns dann extra früh auf den Weg gemacht, um den Massen ein wenig zu entkommen. Und es hat sich gelohnt! Auf dem Weg zum Tuolumne Grove, einem kleinen Rundweg zu alten Sequioatrees, waren wir beinahe alleine. Es war so ruhig, dass wir auf dem Rückweg einem kleinen Schwarzbären begegnet sind J Er war anfangs recht nah und schaute neugierig zu uns. Entschloss sich dann aber glücklicherweise doch für den Rückzug, so dass wir stehenbleiben konnten und ihn noch ein bisschen beobachten konnten. Eine tolle Erfahrung und mehr, als ich mir zu erhoffen gewagt habe. Danach ging es weiter zu Hetch Hetchy, einem großen Staudamm, an dessen See wir eine schöne entspannte Wanderung zu den Wapama Falls gemacht haben.

Auf dem Rückweg haben wir noch an einer kleinen Tavern gehalten. Dort gab es doch tatsächlich einen „Bärenjäger“ aus dem Hause Jägermeister. Nicht lecker, aber an diesem Tag Pflicht!

San Francisco

Vom Yosemite NP aus ging es zurück an die Küste nach San Francisco. Auch hier hatten wir 1 ½ Tage Aufenthalt. Am ersten Nachmittag und Abend gab’s das Tourisorglosprogramm mit Fishermen’s Wharf, Spaziergang über die Golden Gate Bridge und Sunset-Katamaran-Fahrt zur Golden Gate Bridge.

Da wir am nächsten Morgen ausnahmsweise mal Ausschlafen konnten, ist der Abend ein wenig ausgeartet. Ein Highlight war die Kosy Kar-Bar. Eine der skurilsten Bars, in der ich je gelandet bin. Wenn ihr anstelle an einem Tisch mal in einem (trockenen) Whirlpool sitzen wollt, oder euch im Wasserbett tummeln wollt, umgeben von lauter nackten Frauen, ist das eure Bar!

 Den nächsten Tag habe ich entspannt angehen lassen. Ich kenne San Francisco ja schon ein bisschen und musste darum nicht das gleiche Touriprogramm abspulen, wie meine Reisegruppe, sondern konnte mich ganz in Ruhe mit Gabi treffen, einer Kollegin von der Deutschen Schule in Silicon Valley, die ich auf der Theaterfortbildung in Boston kennengelernt hatte.

Redwood National Park

Nach 1 ½ Tagen Stadtleben war es dann aber auch wieder an der Zeit sich in die Natur zu begeben. Es ging weiter an der Küste entlang bis zum Ende des Highway No.1. Oder um es mit den Worten eines deutschen Schlagersängers zu sagen: Wir befanden uns „auf der Straße nach Mendocino“. Ein süßer kleiner Ort, mit dem man aber nach 15 Minuten fertig ist. Entsprechend haben wir uns auch nicht viel länger dort aufgehalten und sind lieber durch die „Avenue of Giants“ gefahren. Die Redwoods sind einfach beeindruckend! Wer die Möglichkeit hat: HIN!

Die Wanderung durch den Redwood National Park war eines von zugegebenermaßen vielen Highlights der Tour. Man fühlte sich eigentlich die ganze Zeit wie Alice im Wunderland. Als sie kleingeschrumpft war, versteht sich!

Oregon

Nach dem Redwood NP haben wir Kalifornien verlassen und sind durch Oregon gefahren. Wir haben an den Sanddünen von Florence einen Stopp eingelegt. In Portland haben wir leider nur Mittagspause gemacht. Dort gibt es einen Platz mit lauter Food Trucks. Absolut genial. Die Stadt soll gerade absolut in Gründerstimmung sein, mit vielen kreativen Köpfen, die dorthin ziehen. Leider haben wir außer den Food Trucks nichts gesehen. Ich wäre gerne noch länger dort geblieben.

Aber wir mussten noch weiter zum Mount St. Helen, dem Vulkan, der 1980 ausgebrochen und ganz Amerika unter einer riesigen Aschewolke begraben hat. Die komplette Gegend ist noch heute gezeichnet von den Folgen des Ausbruchs. Der Vulkan hat bei dem Ausbruch einen riesigen Landrutsch verursacht, bei dem er nicht nur seine komplette Kuppe, sondern auch eine komplette Seite verloren hat. Zusammen mit dem geschmolzenen Gletscherwasser sind die Landmassen durch die Täler geflossen und haben dort massive Schäden angerichtet. Beeindruckend war es auch die ganzen in eine Richtung umgefallenen Baumstämme zu sehen sowie durch einen Wald zu laufen, in dem keine Pflanze älter als ich war.

Mount Rainier

Direkt im Anschluss haben wir Oregon verlassen und sind nach Washington gefahren, um einen weiteren Vulkan zu sehen, Mount Rainier. Mount Rainier ist schon sehr lange nicht mehr ausgebrochen und komplett von Gletschereis überdeckt. Wir haben eine wahnsinnig tolle Wanderung bis an den Rand des Gletschers gemacht. Schnee im Sommer, immer toll! Und die Landschaft und die Blumenpracht war mit das Schönste auf der ganzen Tour! Solltet ihr jemals im Nordwesten der USA sein, unbedingt hin zum Wandern. Die Hütte oben, der Ausgangspunkt unserer Wanderung, heißt nicht umsonst ‚Paradise’!

Olympia National Park

Der Olympia National Park ist der am nördlichsten gelegene Regenwald der Welt. Wurde mir zumindest gesagt, überprüft habe ich das nicht. Viel beeindruckender fand ich allerdings den Strand am Hole-in-the-wall, nördlich vom Quillayute River. Ein wahnsinnig toller schwarzer Naturstrand mit riesigen Treibholzstämmen. Als wir dort ankamen verlieh der Nebel dem ganzen noch einen mystischen Touch. Außerdem habe ich dort noch einen Bald Eagle sowie zwei Seeotter gesehen, die in meiner Nähe an Land kamen.

Ach so, in einer Stadt namens Forks waren wir auch noch. Man sagte mir, hier würden die Twighlight-Bücher spielen. Da ich aber kein Twighlight-Fan bin und keines der Bücher gelesen habe, fand ich das jetzt nicht so wirklich spannend. Die Bewohner dafür umso mehr. Es wird dort ein riesen Hype darum gemacht.

Seattle

Mit der Fähre ging es rüber nach Seattle. Eine tolle Art, sich der Stadt zu nähern.

Leider hieß es dort Abschied nehmen von meiner ersten Reisegruppe. Ich habe mich aber trotzdem auf einen kurzen Citybreak gefreut, vor allem auf ein paar Nächste in einem Bett. Außerdem blieben mir ein paar Leute aus der Gruppe noch für die nächsten Tage erhalten. In Seattle erstmal das Touriprogramm mit Space Needle (zumindest von unten), Pike Place Market, erster Starbuck’s Filiale und Underground Tour abgespult. Der Pike Place Market war wirklich nett. Man konnte sich wunderbar durch die ganzen Stände dort futtern.

Auch die Underground Tour war interessant. Die Altstadt Seattles lag früher einige Meter unter dem heutigen Level. Nach einem Brand entstanden Pläne die Straßen und Häuser höher wieder aufzubauen, da die Flut regelmäßig die Straßen und Häuser überspülte. Die Menschen konnten aber nicht so lange warten, ihre Häuser wieder aufzubauen, bis genügend Landmasse zur Verfügung stand, um die Grundfläche anzuheben. Die Stadt hat ihre Pläne allerdings durchgezogen und das Straßenlevel angehoben. So gab es einige Zeit Straßen, die ungefähr auf Höhe der 1. Stockwerke lagen. Daneben kam dann ein Graben, in dem die Bürgersteige lagen. Irgendwann wurden die Gräben dann überdacht und dadurch die Bürgersteige auf Straßenlevel angehoben. Die ehemaligen Erdgeschosse wurden zu Kellern degradiert und verfielen. Die Underground-Tour führt über die alten Bürgersteige und durch die alten Erdgeschosse. Eine wie ich finde sehr faszinierende Geschichte.

Seattle ist aber natürlich auch die Stadt der Musik. Ein Besuch im EMP (Experience Music Project) war Pflicht. Die Nirvana-Ausstellung und die Gitarren- Hall of Fame fand ich super, den Rest eher mäßig. Außerdem war gerade Capitol Hill Bloc Party, ein Musikfestival auf den Straßen von Capitol Hill, mit den Flaming Lips als Highlight.

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