Grönemeyer goes USA

Im September kam Herbert Grönemeyer wieder in die Staaten, diesmal zu einer richtigen Tournee. Die Konzerte in Philadelphia und in New York habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Als die Tickets für das Philadelphia-Konzert in meinem Briefkasten steckten, erwartete mich eine Überraschung, denn es steckten 2 Meet&Greet-Pässe mit im Umschlag. So konnten wir mit ca. 20 anderen Konzertbesuchern bereits ca. 1,5 Stunden vor Konzertbeginn in die Halle, wo Herbert auf uns wartete, Rede und Antwort stand und bereitwillig in die Kamera grinste. Ist genau der nette Kumpel aus dem Pott, als der er immer beschrieben wird, offen, direkt und ein bisschen frech. Das Konzert in Philadelphia lief etwas schleppend an, das Konzert bestand überwiegend aus Amerikanern, die noch irgendwie deutschen Ursprungs waren, aber dementsprechend wahrscheinlich nicht den absoluten Bezug zu seiner Musik hatten und sich das ganze einfach mal anschauen wollten, weil er halt gerade mal in der Nähe war. Aber auch hier hat er es geschafft, im Laufe des Konzertes Stimmung zu machen und am Ende standen alle, obwohl es eigentlich ein Sitzkonzert war.

Am nächsten Tag ging es dann in New York weiter. Hier war das Publikum ein ganz anderes. Viele Expats, die natürlich noch viel näher dran sind an der deutschen Musik. Die Stimmung war von Anfang an gut und unsere Plätze in der 2. Reihe ein Knaller!

 

 

Niagara Falls

Am Ende der Ferien ging es noch einmal für ein paar Tage nach Kanada. Nach einem Tag in Toronto ging es weiter in den Algonquin Park, wo ich 3 Tage lang gar nichts gemacht habe. Entsprechend gibt es davon auch keine Fotos. 🙂

Auf dem Rückweg haben wir kurz an den Niagara Fällen angehalten. Ist schön, sie einmal gesehen zu haben, aber sie (und vor allem die Stadt, oder besser gesagt der Vergnügungspark ringsherum) laden nicht unbedingt zum Verweilen ein.

 

Out West Part 2

Mount Rainier zum Zweiten 

Nach vier Tagen in der Stadt wurde ich langsam unruhig und es wurde Zeit, wieder auf die Straße und in die Natur zu kommen. Zeit also, meine zweite Reisegruppe kennenzulernen und sich wieder an stundenlange Fahrten im Van zu gewöhnen.

Auch dieses Mal war mir meine Reisegruppe auf anhieb sympatisch. Glück gehabt! Am ersten Tag ging es direkt nochmal zurück zum Mount Rainier. Da es mir dort so gut gefallen hat, fand ich es überhaupt nicht schlimm, mich nochmal ins ‚Paradise’ zu begeben und dort ein Ründchen zu wandern.

Idaho

Meinen Geburtstag habe ich dann auf der Straße durch Idaho-The Potato State verbracht. Das ist auch schon alles, was ich darüber sagen kann. Schnell durch! Highlights waren lauter kleine Dirt Devils am Wegesrand, kleine Tornados, die den Staub auf den Feldern aufwirbeln, sowie der Whirlpool auf unserem Campingplatz, in dem wir auf meinen Geburtstag anstoßen konnte.

Glacier National Park

Es folgte ein weiterer Drive Day zum Glacier National Park, den wir am Nachmittag erreichten. Wir waren jedoch noch auf der falschen Seite. Da private Busse nicht gestattet waren, mussten wir in Shuttlebusse umsteigen, die uns auf die andere Seite brachten. Dabei konnten wir schon die unglaubliche Landschaft erahnen und die Vorfreude auf das Wandern am nächsten Tag stieg. Leider Fing es abends an zu regnen, und hörte auch für 24 Stunden nicht mehr auf. So fiel die geplante Wanderung zum ‚Iceberg Lake’, einem See in dem dicke Gletscherstücke schwimmen, für mich buchstäblich ins Wasser, da ich keine Lust hatte im Nebel zu wandern. Wir haben dann stattdessen erst einmal ausgiebig in der warmen Hütte gefrühstückt und haben dann noch eine Wanderung im Tal zum ‚Lake Grinell’ gemacht. Uns erwartete ein traumhafter Anblick, den wir jedoch völlig durchnässt genießen mussten. Belohnt wurden wir auf der Rückfahrt mit einem Braunbären am Wegesrand (leider ohne Foto) und einer ausgiebigen ‚Hot-Tub-Session’ am Abend.

 Iron Wheel Guest Ranch, Whitehall, Montana

Am nächsten Morgen packten wir unsere völlig durchnässte Campingausstattung zusammen und freuten uns auf eine Nacht im trockenen Bett. Unterwegs klarte das Wetter glücklicherweise auch wieder auf und unsere Stimmung ebenfalls. Die Ranch war wirklich eine Ranch wie aus dem Bilderbuch. Sie war früher ein ‚Coach-Stop’ auf dem Yellowstone-Trail. Das Originalhaus ist zwar irgendwann abgebrannt, das neue Haus wurde jedoch wieder als Gästehaus konzipiert. Nach unserer Ankunft ging es direkt zum Pferdereiten. Es ging zwei Stunden lang im Westernsattel durch die Prairie wobei man ein Gefühl dafür bekam, wie die Leute früher durchs Land gereist sind. Nach dem Homemade Dinner bekamen wir dann noch eine Führung durch die mit ausgestopften Tieren gefüllte Barn. Der Hausherr war leidenschaftlicher Jäger und stopfte die Tiere selbst aus. Hatte ein bisschen was von Gruselkabinett!

 

Yellowstone National Park

Das erste, was wir von dem Park gesehen haben war der Grand Canyon of Yellowstone. Wie ist der Park nur an seinen Namen gekommen?

Auf dem Weg zum Campingplatz stand plötzlich ein Bison am Wegesrand wie bestellt und nicht abgeholt. Es wirkte ein bisschen, als ob er seine Herde geärgert hat und nun zur Strafe zum Fotodienst mit den Touristen verdammt wurde.

Nachdem wir unsere Zelte aufgestellt haben, ging es nochmal los zum ‚West Thumb Geyser Basin’, das direkt am See gelegen ist. In der Ferne konnten wir dabei Hirsche beim abendlichen Bad im See beobachten.

Am nächsten Tag ging es zum ‚Old Faithful’, einem Geyser, der beinahe stündlich ausbricht und ziemlich groß und beeindruckend ist.

Im Anschluss ging es weiter zur ‚Grand Prismatic Spring’, die mit ihren Regenbogenfarben einfach nur wunderschön ist.

Die Landschaft um die ‚Mammoth Hot Springs’ hingegen bestach durch schneeweiße Mineralien. Leider schlug das Wetter um, so dass wir nicht in den Hot Springs baden gegangen sind.

Man fühlt sich in dem Park die ganze Zeit wie auf einem anderen Stern. Allerdings muss man hier die ganze Zeit mit dem Auto durchfahren und kann dann immer nur an den Sehenswürdigkeiten kurze Wanderungen auf Boardwalks machen.

Grand Teton National Park

Direkt angrenzend und doch wie in einer anderen Welt liegt der Grand Teton National Park. Kurz nachdem man die bizarre Welt der Hot Springs und Geysere verlassen hatte, stand man plötzlich mitten in einer alpinen Bergwelt mit riesigen Felsmassiven und glasklaren Bergseen. Wir machten hier leider nur einen halben Tag halt. Das war allerdings lang genug für eine tolle Wanderung zum Inspiration Point am Jenny Lake. Nachdem wir genug Inspiration hatten, wagten wir uns noch in einen der Canyons. Und dort wartete er bereits auf mich, mein erster Elch! Lustige Tiere, wie sie so vermeintlich ungelenk daher tapsen. 

Jacksonhole

Wir schlugen unsere Zelte für 2 Tage in Jacksonhole auf, eine Westernstadt südlich vom Grand Teton NP. Abends ging es erstmal in die ‚Million Dollar Cowboy Bar’. Barhocker aus Satteln und Live-Country mit Tanzfläche. Ich finde, wir haben uns großartig geschlagen zwischen den Einheimischen bei unseren ersten Tanzversuchen im Two-Step.

Der nächste Tag war recht entspannt. Es konnte mal ausgeschlafen werden. Auf dem Programm stand lediglich eine Rafting-Tour. Die Landschaft war schön, aber der Fluss jetzt nicht so wahnsinnig wild.

Abends ging es dann zum Rodeo. Was für ein Erlebnis! Was soll ich sagen: Ich bin verliebt in Cowboys! Groß und Klein läuft in Cowboyhüten und –stiefeln rum, die Stimmung ist großartig und ich muss schon zugeben, es ist ziemlich sexy, wie die Cowboys versuchen, sich auf den Bullen zu halten.

Steamboat Hot Springs

Ein wenig wehmütig verließen wir den Cowboystaat Wyoming Richtung Colorado. Hier verbrachten wir ca. 1 Woche. Erste Station waren die ‚Steamboat Hot Springs’. Der Ort Steamboat ist ganz süß mit einem sehr schönen Buchladen. Gecampt haben wir direkt an den Hot Springs, weitab von jeglicher Zivilisation. Nach einem ausführlichen Entspannungsprogramm in den Hot Springs ließen wir den Tag bei einem unglaublichen Sternenhimmel ausklingen.

Rocky Mountains National Park

Ein hochalpiner Park, der zu wunderschönen Wanderungen einlädt. Leider hatten wir auch hier nur Zeit für eine Durchfahrt mit anschließender Wanderung. Letztere war aber wunderschön! Los ging es beim Bear Lake, der seinem Namen alle Ehre machte, denn wir haben ganz in seiner Nähe eine braune Schwarzbärenmutter mit ihrem Jungen gesehen. Leider hatte es am Anfang der Wanderung geregnet, so dass ich nur meine kleine wetterfeste Kamera dabei hatte. Die Bärin war wirklich supernah und wir konnten sie dank des Felsvorsprunges trotzdem sicher und in Ruhe beobachten. Wahnsinn! Die Wanderung führte zu vielen schönen, glasklaren Bergseen in wunderschöner Natur. Wir trafen nur wenige Wanderer, die sich bei dem Wetter auf den Weg machten. Die Ruhe war unglaublich!

 Boulder

Kleiner kreativer Ort nördlich von Denver. Haben dort einen Halbtagesstop eingelegt und erst einmal richtig gut gefrühstückt. Die Stadt hatte eine kleine Fußgängerzone, in der Markt war. Aber viel habe ich nicht gesehen, da ich dann noch recht lange in der Schlange des hiesigen Post Office gestanden habe, um die Urlaubspost loszuwerden. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass in der Stadt eine angenehme kreative und entspannte Stimmung herrscht.

Mount Evans

Zum Gipfel des Mount Evans (einer der vielen Viertausender in den Rocky Mountains von Colorado) führt Amerikas höchste Straße. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung zum Gipfel. So habe ich es dann auch geschafft, meinen ersten Viertausender zu besteigen. 

 Crested Butte

Weiter ging es nach Crested Butte, einem recht bekannten Skiort. Wir sind allerdings noch ein wenig am Mountain Resort vorbei weiter den Berg hinauf nach Gothic gefahren. Dort haben wir bei ca. 3 Grad Celsius die kälteste Nacht des Urlaubs verbracht. Gewärmt haben wir uns bei großartigen Geistergeschichten am Feuer. Vorher haben wir aber noch eine der schönsten Wanderungen des Urlaubes gemacht, denn Crested Butte, buw. Gothic ist bekannt für seine Wildflowers, die im Juli in voller Blüte standen. Auch hier sind wir kaum einem Menschen begegnet, außer einem wildgewordenen Ranger, der uns beinahe sein Gewehr auf die Brust gesetzt hätte, weil wir sein Auto, das plötzlich mitten auf dem Berg stand, als Fotomodell missbraucht haben. Fand er anscheinend nicht so spaßig.

 Durango

Tiefgefroren machten wir uns auf den Weg nach Durango. Dahin führte uns der Weg durch die ‚Schweiz von Amerika’.

Durango ist ein kleiner Ort, in dem sich Skibumps und andere Outdoor-Freaks sammeln. Das Beste daran war, dass wir unser Zelt für eine Nacht gegen ein Bett im Hostel eintauschen konnten und abends anstelle selbst zu kochen Essen gegangen sind.

Mesa Verde National Park / Four Corners

Auf dem Weg zum Monument Valley haben wir noch im Mesa Verde National Park halt gemacht. Hier haben die Ancestral Pueblo People ihre Städte unterhalb von großen Felsvorsprüngen in den Berg gebaut. Sehr beeindruckend!

Dann noch ein kurzer an den ‚Four Corners’, dem einzigen Punkt in den USA an dem sich vier Staaten gleichzeitig treffen (Colorado, Utah, Arizona und New Mexico).

 Monument Valley

Nach einem kleinen Zwischenstopp an der Stelle, an der Forest Gump plötzlich entschied, mit dem Laufen aufzuhören, waren wir endlich im Monument Valley. Leider hat sich die Mehrheit meiner Reisegruppe dagegen entschieden, im Monument Valley zu übernachten. Außerdem wurde uns auch der versprochene authentische Indianerguide Willi vor der Nase von einer anderen Gruppe weggeschnappt und gegen eine eher modern eingestellte Indianerdame ersetzt, die leider kaum noch Ahnung von den Traditionen hatte. Dennoch war die Fahrt durch das Monument Valley wirklich beeindruckend. Schon wieder eine völlig andere, vorher noch nicht gesehene Landschaft in einer roten Wüste. Besonders wirkungsvoll waren die Gesteinsformationen im Sonnenuntergang.

 Grand Canyon

Auf dem Weg zum Grand Canyon fuhren wir durch das Indianerreservat der Navajo. Es ist schon erschreckend zu sehen, wie die Indianer dort leben. Größtenteils verarmt und ziemlich grundsätzlich adipös, nahezu ausschließlich vom Tourismus lebend (wobei hier eher von einem Ausverkauf der eigenen Kultur an die Touristen gesprochen werden kann), ohne große Perspektive. Die Umgebung erinnert stark an ein Dritte-Welt-Land.

Der Grand Canyon hingegen war wider Erwarten total überwältigend. Ich habe einen völlig überlaufenen Canyon erwartet, wie ich ihn schon häufiger gesehen habe. Überlaufen stimmt auch, aber der Canyon ist dennoch ein Hammer! Der erste Blick über den Rand auf den Canyon war atemraubend.

Und ich war sehr froh, dass ich mich entgegen meines Kontostandes dafür entschieden habe, den Helikopterflug über den Grand Canyon zu buchen. Ich wollte eh schon immer mal mit einem Heli fliegen. Und gibt es einen besseren Ort, seinen ersten Flug zu absolvieren, als den Grand Canyon? Ich glaube nicht! Der Grand Canyon ist einfach so unglaublich groß, dass man es sich wirklich nicht vorstellen kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Selbst nach dem einstündigen Heliflug haben wir nur einen Bruchteil des gesamten Canyons gesehen.

Abends haben wir uns natürlich noch den Sonnenuntergang angesehen und sind dabei auf traumhaft schöne Fotomodels getroffen.

Den nächsten Tag hatten wir zur freien Verfügung. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Ausblick auf den Canyon bin ich am South Rim entlang gewandert und auch ein wenig in den Canyon rein. Alleine eine halbe Stunde in den Canyon reinzuwandern ändert die Perspektive schon wieder unglaublich.

Abends gab es dann ein Christmas Dinner inklusive Christmas Party und Christmas songs. Verrückte Engländer!

Zion National Park

Auf dem Weg in den Zion National Park sind wir noch im Lake Powell schwimmen gegangen und haben an der Big Bend haltgemacht, einer Kurve im Colorado Fluss, die ich sage mal, bekannt aus Funk und Fernsehen ist.

Im Zion NP hatten wir leider nur einen Tag. Da ich ziemlich k.o. war, bin ich nicht mit in die Narrows gegangen, sondern habe am Campingplatz, der wunderschön direkt am Fluss gelegen war, ein wenig relaxt. Nachmittags bin ich dann in den Park gegangen, um eine der angeblich schönsten und gefährlichsten Wanderungen der USA zu gehen, Angel’s Landing. Schön, ja, aber gefährlich würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Man sollte schon schwindelfrei sein, denn es wird recht schmal und hoch, aber wenn man da trittfest bleibt, ist die Wanderung nicht wirklich ein Problem. Der Ausblick über das Tal ist aber schon schön.

 Las Vegas

Am folgenden Tag haben wir dann unsere Zelte gegen ein Märchenschloss eingetauscht.Natürlich an keinem anderen Ort als Las Vegas!

Ich war wirklich gespannt auf die Stadt. Der erste Eindruck ist schon faszinierend. Abends haben wir dann das volle Programm abgespult. Erst Essen mit dem Papst, dann in einer Limousine zum Vegas-Schild.

Die anderen sind danach in die Casinos gegangen. Ich hatte mich mehr darauf gefreut, über den Boulevard zu laufen und die ganzen Hotels in ihrer nächtlichen Lichterpracht zu fotografieren. Während des Tages sah das ganze nämlich wenig elegant aus. Leider haben wir den wohl einzigen Regentag im Jahr in Vegas erwischt und so machte es irgendwann keinen Spaß mehr. Um einigermaßen trocken voran zu kommen, ging ich von Hotel zu Hotel und dort dann jeweils durch die immer gleich hässlich aussehenden Casinos mit all ihren verwirrten Gestalten. Das war echt nicht meine Welt!

Am nächsten Tag stand uns dann noch eine lange Fahrt zurück nach Los Angeles bevor, wo es für mich auch am gleichen Abend noch in den Flieger zurück nach New York ging.

Ich konnte kaum glauben, dass 5 ½ Wochen bereits vorbei waren. Hätte noch eine Weile so weiter reisen können. Der Westen der USA ist wirklich ein Traum. Die Menschen sind sehr entspannt und die Landschaft unglaublich abwechslungsreich und schön. Jeden Tag dachte ich, ich hätte das Highlight meiner Reise heute gesehen und an jedem folgenden Tag musste ich diese Feststellung wieder revidieren. Ich kann gar nicht sagen, wo es mir am besten gefallen hat, weil die Orte einfach so unglaublich abwechslungsreich und damit kaum vergleichbar waren. Ich habe unterwegs viele nette Menschen getroffen, die diese Reise für mich unvergesslich gemacht haben und von ihnen viele neue Anregungen für weitere Reisen bekommen. So steht für das nächste Jahr nun Alaska auf dem Programm!

Out West Part 1

Los Angeles

Im Juli und August ging es für beinahe 6 Wochen ab nach Wild Wild West! Gestartet wurde in Los Angeles. Nachdem ich mit 3-stündiger Verspätung gelandet bin, reichte es am ersten Abend nur noch für Santa Monica, wo mein Hostel lag. Baywatch Beach und Santa Monica-Pier (hier endet die Route 66 und Forest Gump drehte einfach um und lief

weiter!) reichten mir aber auch für den ersten Abend. 1 Tag in LA? Wie sieht man möglichst viel von dieser irre großen Stadt? Rein in den Hop on Hop off-Bus! Von Santa Monica aus ging es nach Beverly Hills. Dort bin ich dann ganz Pretty Woman-like über den Rodeo Drive geschlendert bevor es am Restaurant „The Stinky Rose“ (Knoblauch, Knoblauch, Knoblauch!) vorbei zum Walk of Fame ging. Mal kurz in Johnny Depps Fußstapfen getreten und Arnold Schwarzenegger die Hand geschüttelt, dann ging es auch schon über den Sunset Drive zurück. Eigentlich wollte ich noch weiter nach Venice Beach, aber leider zog der Nebel rein und ich hab nichts mehr gesehen.

Außerdem war ich ziemlich platt und musste am nächsten Tag früh raus, um meine Reisegruppe zu treffen.



Highway No.1

Die Reisegruppe inklusive Reiseleitung Anita machte einen guten Eindruck und so starteten wir unsere Tour mit einer kleinen Hollywoodrundfahrt (kleines Deja-vu), bevor wir auf den Highway No.1 abbogen und gen Norden an der Küste entlang bis nach Monterey fuhren. Natürlich wurden immer wieder kürzere oder längere Stopps eingelegt. Zuerst hielten wir in Santa Barbara, einer kleinen reichen Küstenstadt, die immerhin eine richtige Einkaufsstraße vorzuweisen hat. Ganz hübsch, aber mehr auch nicht.

 

Unterwegs haben wir einen kleinen Abstecher zur Bubble Gum Alley und zum Madonna Inn gemacht.

Am Sea Elephant Vista Point musste natürlich auch gehalten werden. Sind das lustige Tiere! Die wussten bei der Geburt auch nicht, was sie nun eigentlich werden wollten. Mit weiteren kurzen Fotostopps ging es an Big Sur vorbei nach Monterey, einem sehr touristischen Ort. Beeindruckend sind allerdings die ganzen Tiere, die dort ebenfalls ein zu Hause gefunden haben. Leider ließ es unsere Zeit nicht zu, dass wir uns mit dem Kajak aufs Wasser wagen konnten, um sie aus der Nähe zu betrachten. Aber auch vom Ufer aus konnten wir Seelöwen, Seehunde, Seeotter und Pelikane sehen.

 

Yosemite National Park

In Monterey haben wir einen kleinen Abstecher ins Landesinnere gemacht zum Yosemite National Park. Wir hatten 1 ½ Tage im Park. Am ersten Nachmittag sind wir ins Valley gefahren, vorbei an den berühmten Bergformationen Half Dome und El Capitan. Leider waren keine Kletterer in Sicht.

Dann ging es per pedes zum Vernal Fall. Das Laufen nach all der Sitzerei im Van tat gut. Landschaftlich wirklich toll, aber total überlaufen!

Am nächsten Tag haben wir uns dann extra früh auf den Weg gemacht, um den Massen ein wenig zu entkommen. Und es hat sich gelohnt! Auf dem Weg zum Tuolumne Grove, einem kleinen Rundweg zu alten Sequioatrees, waren wir beinahe alleine. Es war so ruhig, dass wir auf dem Rückweg einem kleinen Schwarzbären begegnet sind J Er war anfangs recht nah und schaute neugierig zu uns. Entschloss sich dann aber glücklicherweise doch für den Rückzug, so dass wir stehenbleiben konnten und ihn noch ein bisschen beobachten konnten. Eine tolle Erfahrung und mehr, als ich mir zu erhoffen gewagt habe. Danach ging es weiter zu Hetch Hetchy, einem großen Staudamm, an dessen See wir eine schöne entspannte Wanderung zu den Wapama Falls gemacht haben.

Auf dem Rückweg haben wir noch an einer kleinen Tavern gehalten. Dort gab es doch tatsächlich einen „Bärenjäger“ aus dem Hause Jägermeister. Nicht lecker, aber an diesem Tag Pflicht!

San Francisco

Vom Yosemite NP aus ging es zurück an die Küste nach San Francisco. Auch hier hatten wir 1 ½ Tage Aufenthalt. Am ersten Nachmittag und Abend gab’s das Tourisorglosprogramm mit Fishermen’s Wharf, Spaziergang über die Golden Gate Bridge und Sunset-Katamaran-Fahrt zur Golden Gate Bridge.

Da wir am nächsten Morgen ausnahmsweise mal Ausschlafen konnten, ist der Abend ein wenig ausgeartet. Ein Highlight war die Kosy Kar-Bar. Eine der skurilsten Bars, in der ich je gelandet bin. Wenn ihr anstelle an einem Tisch mal in einem (trockenen) Whirlpool sitzen wollt, oder euch im Wasserbett tummeln wollt, umgeben von lauter nackten Frauen, ist das eure Bar!

 Den nächsten Tag habe ich entspannt angehen lassen. Ich kenne San Francisco ja schon ein bisschen und musste darum nicht das gleiche Touriprogramm abspulen, wie meine Reisegruppe, sondern konnte mich ganz in Ruhe mit Gabi treffen, einer Kollegin von der Deutschen Schule in Silicon Valley, die ich auf der Theaterfortbildung in Boston kennengelernt hatte.

Redwood National Park

Nach 1 ½ Tagen Stadtleben war es dann aber auch wieder an der Zeit sich in die Natur zu begeben. Es ging weiter an der Küste entlang bis zum Ende des Highway No.1. Oder um es mit den Worten eines deutschen Schlagersängers zu sagen: Wir befanden uns „auf der Straße nach Mendocino“. Ein süßer kleiner Ort, mit dem man aber nach 15 Minuten fertig ist. Entsprechend haben wir uns auch nicht viel länger dort aufgehalten und sind lieber durch die „Avenue of Giants“ gefahren. Die Redwoods sind einfach beeindruckend! Wer die Möglichkeit hat: HIN!

Die Wanderung durch den Redwood National Park war eines von zugegebenermaßen vielen Highlights der Tour. Man fühlte sich eigentlich die ganze Zeit wie Alice im Wunderland. Als sie kleingeschrumpft war, versteht sich!

Oregon

Nach dem Redwood NP haben wir Kalifornien verlassen und sind durch Oregon gefahren. Wir haben an den Sanddünen von Florence einen Stopp eingelegt. In Portland haben wir leider nur Mittagspause gemacht. Dort gibt es einen Platz mit lauter Food Trucks. Absolut genial. Die Stadt soll gerade absolut in Gründerstimmung sein, mit vielen kreativen Köpfen, die dorthin ziehen. Leider haben wir außer den Food Trucks nichts gesehen. Ich wäre gerne noch länger dort geblieben.

Aber wir mussten noch weiter zum Mount St. Helen, dem Vulkan, der 1980 ausgebrochen und ganz Amerika unter einer riesigen Aschewolke begraben hat. Die komplette Gegend ist noch heute gezeichnet von den Folgen des Ausbruchs. Der Vulkan hat bei dem Ausbruch einen riesigen Landrutsch verursacht, bei dem er nicht nur seine komplette Kuppe, sondern auch eine komplette Seite verloren hat. Zusammen mit dem geschmolzenen Gletscherwasser sind die Landmassen durch die Täler geflossen und haben dort massive Schäden angerichtet. Beeindruckend war es auch die ganzen in eine Richtung umgefallenen Baumstämme zu sehen sowie durch einen Wald zu laufen, in dem keine Pflanze älter als ich war.

Mount Rainier

Direkt im Anschluss haben wir Oregon verlassen und sind nach Washington gefahren, um einen weiteren Vulkan zu sehen, Mount Rainier. Mount Rainier ist schon sehr lange nicht mehr ausgebrochen und komplett von Gletschereis überdeckt. Wir haben eine wahnsinnig tolle Wanderung bis an den Rand des Gletschers gemacht. Schnee im Sommer, immer toll! Und die Landschaft und die Blumenpracht war mit das Schönste auf der ganzen Tour! Solltet ihr jemals im Nordwesten der USA sein, unbedingt hin zum Wandern. Die Hütte oben, der Ausgangspunkt unserer Wanderung, heißt nicht umsonst ‚Paradise’!

Olympia National Park

Der Olympia National Park ist der am nördlichsten gelegene Regenwald der Welt. Wurde mir zumindest gesagt, überprüft habe ich das nicht. Viel beeindruckender fand ich allerdings den Strand am Hole-in-the-wall, nördlich vom Quillayute River. Ein wahnsinnig toller schwarzer Naturstrand mit riesigen Treibholzstämmen. Als wir dort ankamen verlieh der Nebel dem ganzen noch einen mystischen Touch. Außerdem habe ich dort noch einen Bald Eagle sowie zwei Seeotter gesehen, die in meiner Nähe an Land kamen.

Ach so, in einer Stadt namens Forks waren wir auch noch. Man sagte mir, hier würden die Twighlight-Bücher spielen. Da ich aber kein Twighlight-Fan bin und keines der Bücher gelesen habe, fand ich das jetzt nicht so wirklich spannend. Die Bewohner dafür umso mehr. Es wird dort ein riesen Hype darum gemacht.

Seattle

Mit der Fähre ging es rüber nach Seattle. Eine tolle Art, sich der Stadt zu nähern.

Leider hieß es dort Abschied nehmen von meiner ersten Reisegruppe. Ich habe mich aber trotzdem auf einen kurzen Citybreak gefreut, vor allem auf ein paar Nächste in einem Bett. Außerdem blieben mir ein paar Leute aus der Gruppe noch für die nächsten Tage erhalten. In Seattle erstmal das Touriprogramm mit Space Needle (zumindest von unten), Pike Place Market, erster Starbuck’s Filiale und Underground Tour abgespult. Der Pike Place Market war wirklich nett. Man konnte sich wunderbar durch die ganzen Stände dort futtern.

Auch die Underground Tour war interessant. Die Altstadt Seattles lag früher einige Meter unter dem heutigen Level. Nach einem Brand entstanden Pläne die Straßen und Häuser höher wieder aufzubauen, da die Flut regelmäßig die Straßen und Häuser überspülte. Die Menschen konnten aber nicht so lange warten, ihre Häuser wieder aufzubauen, bis genügend Landmasse zur Verfügung stand, um die Grundfläche anzuheben. Die Stadt hat ihre Pläne allerdings durchgezogen und das Straßenlevel angehoben. So gab es einige Zeit Straßen, die ungefähr auf Höhe der 1. Stockwerke lagen. Daneben kam dann ein Graben, in dem die Bürgersteige lagen. Irgendwann wurden die Gräben dann überdacht und dadurch die Bürgersteige auf Straßenlevel angehoben. Die ehemaligen Erdgeschosse wurden zu Kellern degradiert und verfielen. Die Underground-Tour führt über die alten Bürgersteige und durch die alten Erdgeschosse. Eine wie ich finde sehr faszinierende Geschichte.

Seattle ist aber natürlich auch die Stadt der Musik. Ein Besuch im EMP (Experience Music Project) war Pflicht. Die Nirvana-Ausstellung und die Gitarren- Hall of Fame fand ich super, den Rest eher mäßig. Außerdem war gerade Capitol Hill Bloc Party, ein Musikfestival auf den Straßen von Capitol Hill, mit den Flaming Lips als Highlight.

Jogi meets Klinsi

Anlässlich des 100jährigen Bestehens der US Soccer Association kam es zum Freundschaftsspiel zwischen den USA und Deutschland, oder besser gesagt: zwischen Jogi und Klinsi in Washington.

Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Habe direkt ein komplettes Wochenende draus gemacht und bin bereits Freitagnachmittag nach Baltimore gefahren. Samstag ging es dann zum öffentlichen Training unserer Jungs schon mal ins RFK Stadium nach Washington.

Anschließend habe ich mir noch Georgetown angeschaut, ein Stadtteil Washingtons, den ich in meinen vorherigen Besuchen noch nicht gesehen hatte.

Sonntag wurde dann nach guter amerikanischer Art das Tailgating zelebriert. Ein großartiger Brauch! Bereits Stunden vor Einlass versammeln sich etliche Fans auf den Parkplätzen um das Stadium herum. Mitgebracht wird die gesamte Campingausrüstung. Für diejenigen unter euch, die noch nicht in den USA gecampt haben: die kann sehr umfangreich sein! BBQ, Cornhole-Spiel, Musik, Stühle, Pavillon, usw.
So stimmt sich der Amerikaner auf das Spiel seines Teams ein.
Wir haben dem ganzen natürlich mit original deutschen Würstchen, Kartoffelsalat und Hela Gewürzketchup gemäß dem Anlass einen deutschen Touch gegeben.

Leider waren Jogis Jungs nicht ganz so in Stimmung wie wir und verloren mit 4:3. Immerhin gab’s für uns viele Tore zu sehen!